Bläserkonzert
Frithjof Smith, Zink
Concerto Stella Matutina
Leitung: Frithjof Smith
Das Erbe Gabrielis – San Marco auf Reisen
Programm
Claudio Monteverdi 1567–1643
Giovanni Gabrieli ca.1554/1557–1612
Biagio Marini 1594–1663
Massimiliano Neri ca.1623–1673
Giovanni Valentini ca.1582/1583–1649
Giovanni Priuli ca.1575–1626
Philipp Jacob Rittler ca.1637–1690
Pavel Josef Vejvanovský ca.1633–1693
Jan Křtitel Tolar 1620–1673 und
Stefano Bernardi ca.1577–1637
Informationen
Das Erbe Gabrielis
Giovanni Gabrieli zählt zu den einflussreichsten Komponisten an der Schwelle zur Barockzeit. Die Kühnheit und Fantasie seiner Ideen und die Vielseitigkeit seines Schaffens hatten eine generationenübergreifende Strahlkraft, die weit über die Alpen hinaus reichte. Revolutionäre Neuerungen, wie die Mehrchörigkeit oder die Etablierung des Generalbasses, die Gabrieli an seinem Arbeitsplatz, dem Markusdom in Venedig, erprobte, wurden von seinen zahlreichen Schülern übernommen und zu dem Stil weiterentwickelt, den wir heute im Allgemeinen als Barock bezeichnen. Gemeinsam mit unserem geschätzten Kollegen Frithjof Smith, dem Experten für Früh- und Hochbarocke Musik schlechthin, bieten wir von A wie Altposaune bis Z wie Zink alles auf, um uns auf die Suche nach Gabrielis Erbe zu machen.
Der Zink
Der Zink (ital. Cornetto = Horn) ist ein wiederentdecktes historisches Holzblasinstrument mit sinnlichem Klang, großer Beweglichkeit und starkem Ausdruck. Der gemeine Musikwissenschaftler und Instrumentenkundler bezeichnet es als ein “Grifflochhorn”.
Das Instrument hatte eine bewegte Geschichte: Im frühen Mittelalter wurde es vermutlich aus dem abgesägten Horn eines Tieres hergestellt. Im Lauf der Zeit entwickelte sich aus einem weit mensurierten und damit tief und dumpf klingenden Instrument mit kleinem Tonumfang ein überaus erfolgreiches Instrument, welches in der Renaissance die Position des führenden Sopraninstrumentes in den Hof- und Kirchenkapellen errungen hatte. Nachdem der Zink ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts langsam von der leistungsfähigeren und moderneren Violine verdrängt wurde, mussten sich die Zinkenisten nach und nach zurückziehen und fanden nur noch als Türmer und Stadtpfeifer Verwendung. Dieser Prozess begann in Italien und um einige Jahrzehnte verspätet fand diese Entwicklung im deutschsprachigen Raum eine Parallele. Johann Sebastian Bach zum Beispiel verwendete den Zinken nur noch äusserst sparsam. Spätestens im frühen 19. Jahrhundert verschwand er endgültig aus dem Musikleben.
In seinen besten Zeiten aber, zwischen 1500 und 1650, schätzten Komponisten, Musiker und Publikum den Zink vor allem wegen seiner herausragenden Fähigkeit, die menschliche Stimme zu imitieren. Zinkenisten waren damals oft grosse Virtuosen und wurden häufig höher dotiert als andere Musiker oder sogar die Kapellmeister. Die Zinkenisten von damals waren die Sänger von heute.
Link zu Zink: https://www.youtube.com/watch?v=JUiVyFNObI4
Eintritt frei – Kollekte
Ausführende
CONCERTO STELLA MATUTINA
Seit seiner Gründung im Jahr 2005 hat sich das Vorarlberger Barockorchester Concerto Stella Matutina einen fixen Platz in der Reihe der führenden Originalklang-Ensembles Österreichs erspielt. Aus der Kulturszene des länderübergreifenden Bodenseeraumes ist das Concerto Stella Matutina nicht mehr wegzudenken. Künstlerischer Nabel ist die eigene ABO-Reihe im Kulturzentrum AMBACH in Götzis, wo seit 2008 mehr als 80 verschiedene Programme abseits des Mainstreams entstanden, die zum Teil vom Ensemble selbst, oder zusammen mit interessanten Gästen erarbeitet werden, wie Alfredo Bernardini, Rolf Lislevand, Christophe Coin, Erich Höbarth, Hiro Kurosaki u.v.a. Die kontinuierliche Suche nach „neuer“ Alter Musik, Vertiefung der aufführungspraktischen Expertise aber auch experimentelle, genreübergreifende Projekte liegen dem Ensemble dabei besonders am Herzen.
Gastspiele führten das Concerto Stella Matutina zu vielen renommierten Festivals wie den Internationalen Barocktagen Stift Melk, Jeunesse Wien, Abendmusik Innsbruck, Origen Festival Graubünden (CH), Rheingau Festival (D), Bodenseefestival, Festival Musik und Kirche Brixen (I), Heinrich Schütz Musikfest Dresden, sowie an das Konzerthaus und den Musikverein Wien u.v.a.
Dokumentiert wird die Arbeit von Concerto Stella Matutina durch regelmäßige Übertragungen in Radio Vorarlberg, Ö1, Bayern Klassik sowie SRF2 und etliche CD-Produktionen. Die CD „Nuove Invenzioni“ wurde mit dem OPUS Klassik 2019 in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ ausgezeichnet!
Zur Geschichte
Stella Matutina ist der Name des ehemaligen Jesuitenkollegs in Feldkirch, dessen Gebäude seit 1977 das Landeskonservatorium für Vorarlberg beherbergt. Für die meisten Mitglieder des CSM war dieser Ort der Beginn ihrer musikalischen Profi-Karriere. Manche sind inzwischen sogar als Lehrende hierher zurückgekehrt. Diese gemeinsamen prägenden Lehrjahre in der zum Teil jahrzehntealte Kollegen- und Freundschaften entstanden, bilden einen gesunden Nährboden für die fruchtbare Arbeit bei CSM.
https://www.stellamatutina.at
Bork-Frithjof Smith
begann seine musikalische Ausbildung auf der Blockflöte, dem Violoncello und der Trompete im Alter von fünf Jahren. Als Zwölfjähriger entdeckte er den Zink, der nach und nach zu seinem Hauptinstrument wurde. Er studierte an der Schola Cantorum Basiliensis Alte Musik mit Hauptfach Zink bei Bruce Dickey und erhielt 1999 sein Diplom. Eine seiner besonderen Leidenschaften auf dem Zink ist, den heutzutage immer noch vernachlässigten cornettino wieder bekannt zu machen.
1997 gründete er zusammen mit Gebhard David das Ensemble Les Cornets Noirs. Er spielt seit Jahren mit vielen bekannten Gruppen für Alte Musik wie English Baroque Soloists, Concentus Musicus Wien, Musica Fiata, Huelgas, His Majesty's Sagbutts & Cornetts, musica fiorita, Weser-Renaissance, L'Arpeggiata, La Petite Bande und Concerto Italiano oder bei den bedeutendsten Festivals in ganz Europa und Israel, in Nord- und Südamerika.
Mehr als 90 CD-Einspielungen bei verschiedensten Labels dokumentieren seine bisherige Laufbahn. Von 2008 – 2017 unterrichtete er Zink und Diminution an der Hochschule für Musik Trossingen; 2017 übernahm er als Nachfolger von Bruce Dickey die Zinkklasse an der Schola Cantorum Basiliensis.
