Dreikönigs-konzert
Loewe Quartett
Bastian Loewe, Violine
Livia Loewe-Berchtold, Violine
Juan Carlos Escobar Ossa, Viola
Milena Marena, Violoncello
Werke von Beethoven und Brahms
Programm
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Streichquartett D-Dur, op. 18 Nr. 3
Allegro
Andante con moto
Allegro
Presto
Johannes Brahms (1833 – 1897)
Streichquartett c-Moll, op. 51, Nr. 1
Allegro
Romanze. Poco adagio
Allegro molto moderato e comodo
Allegro
Zu den Werken
Ludwig van Beethoven, Streichquartett D-Dur, op. 18 Nr. 3
Beethoven komponierte seine sechs Streichquartette op. 18, die ersten, die er publizierte, zwischen 1798 und 1800. In dieser kurzen Spanne von nur zwei Jahren entwickelte sich entscheidend sein Bewußtsein für den besonderen Anspruch der Gattung Streichquartett, der durch Mozart und Haydn begründet worden war. Dies zeigen die grundlegenden Neufassungen, die er von den ersten drei Quartetten in F, G und D im Sommer 1800 anfertigte. In Bezug auf das F-Dur-Werk schrieb er dazu seinem Freund Karl Amenda: Dein Quartett gieb ja nicht weiter, weil ich es sehr umgeändert habe, indem ich erst jetzt recht Quartetten zu schreiben weiss.
Die Frühfassung des D-Dur-Quartettes, op. 18,3, ist leider nicht erhalten, so daß der Umfang seiner Überarbeitung nur aus Skizzen rekonstruiert werden kann. Dennoch verdeckt auch die Neufassung nicht den offenkundigen Anschluß an bestimmte Quartette Haydns und Mozarts, durch welchen sich die Kardinalfrage des frühen Beethoven – die Polarität zwischen Abhängigkeit und Loslösung von den beiden klassischen Vorbildern – hier besonders dringlich stellt.
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Johannes Brahms, Streichquartett c-Moll, op. 51, Nr. 1
Brahms näherte sich dem Streichquartett noch weit befangener als der junge Beethoven. Dem hohen Anspruch der Gattung fühlte er sich erst nach 20jährigen Vorarbeiten gewachsen. Robert Schumann hatte zwar schon 1853 der Musikwelt Streichquartette des jungen Hamburgers angekündigt, die „verschleierte Sinfonien“ seien, doch der Komponist vernichtete diese wie alle anderen Jugendquartette. Insgesamt hat er nach eigenen Angaben 20 frühe Streichquartette zerstört, bevor er 1873 sein erstes Opus mit zwei Quartetten publizierte.
Zum Problem wurde das Streichquartett für Brahms nicht nur wegen der klassischen Vorbilder Haydn, Mozart und Beethoven, sondern auch in satztechnischer Hinsicht: „Es ist nicht schwer, zu komponieren, aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen“, klagte er seinem Freund Theodor Billroth während der Arbeit an den Quartetten Opus 51. Anlässlich der Widmung dieser Werke an den berühmten Wiener Chirurgen sprach er denn auch humorvoll von einer „Zangengeburt“, für die ein Arzt dringend erforderlich gewesen sei.
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Eintritt frei – Kollekte
Ausführende
Das Loewe Quartett wurde 2020 an der Zürcher Hochschule der Künste gegründet und gewann 2021 den 1. Preis am Kiwanis Wettbewerb der ZHdK. In kurzer Zeit konnte sich das Loewe Quartett als junges, vielversprechendes Schweizer Streichquartett etablieren und trat 2022 im kleinen Saal der Tonhalle Zürich im Rahmen der Saisoneröffnung auf. Künstlerische Impulse erhielt es u.a. von Wendy Enderle (Carmina Quartett), Thomas Grossenbacher, Alexander Sitkovetsky (Julia Fischer Quartett) und Lawrence Power. 2025 wurde das Loewe Quartett in den „Graduate Course“ Streichquartett zu Rainer Schmidt (Hagen Quartett) an die Hochschule für Musik Basel aufgenommen. 2023 gewann das Loewe Quartett den ersten Kammermusikwettbewerb Paul Juon und wird für einen Zeitraum von drei Jahren vom Förderkreis Kammermusik Schweiz unterstützt. Livia Loewe-Berchtold und Bastian Loewe gehören zu den Gründungsmitgliedern des Loewe Quartetts. Seit 2023 spielt Juan Carlos Escobar Ossa und seit 2024 Milena Marena im Quarett.
https://www.loewequartett.com/
Bastian Loewe, Violine
Oft als bester chilenischer Geiger seiner Generation bezeichnet, trat Bastian Loewe als Solist bereits mit verschiedenen Orchestern auf: mit dem Sinfonieorchester Basel, dem Kammerorchester Basel und in Chile mit dem Orquesta Sinfónica de Chile, dem Kammerorchester Chile und der Camerata Uandes.
Als Kammermusiker spielte er an Festivals in der Schweiz, Österreich, Kanada und Chile. Am internationalen Wettbewerb Dr Luis Sigall in Viña del Mar in Chile gewann er den 3. Preis, den Publikumspreis und den Preis für die beste Interpretation des chilenischen Pflichtstücks. Seinen Bachelor erwarb er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Prof. Eva Christina Schönweiss. An der Hochschule für Musik Basel setzte er sein Studium bei Barbara Doll fort und erlangte einen Master Performance sowie einen Master Solist mit Auszeichnung.
2021/22 absolvierte er das ‘Concertmaster Artist Diploma’an der Accademia Stauffer in Cremona und arbeitete mit Konzertmeistern aus ganz Europa: Volkhard Steude (Wiener Philharmoniker), Olga Volkova (Mariinsky Theatre), Vesko Eschkenazy (Royal Concertgebouw Orchestra), Anton Barakhovsky (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Andrea Obiso (Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia), Lothar Strauss (Berliner Staatskapelle), Lorenza Borrani (Chamber Orchestra of Europe) und Lisa Schatzman (Luzerner Sinfonieorchester).
Weitere wichtige Impulse erhielt er u.a. von Stefan Picard, Mariana Sirbu, Friedeman Weigle, Silvia Simionescu, Winnfried Rademacher, Kurt Sassmanshaus, Alexander Sitkovetsky, Rainer Schmidt, Anton Kernjak, Pavel Vernikov und David Takeno.
Bastian Loewe ist seit März 2022 Mitglied der 1. Violine im Musikkollegium Winterthur, nachdem er während einem Jahr in der 1. Violine im Sinfonieorchester Biel Solothurn wirkte. Seit 2017 ist er Zuzüger im Tonhalle-Orchester Zürich.
https://bastianloewe.com/
Livia Loewe-Berchtold, Violine
Livia Loewe-Berchtold ist als vielseitige Schweizer Geigerin bekannt, die solistisch, als Kammermusikerin und Orchestermusikerin tätig ist. Sie wurde in mehreren Wettbewerben ausgezeichnet, darunter als Preisträgerin der ORPHEUS Swiss Chamber Music Competition 2019. Ihre regelmässige Konzerttätigkeit in der ganzen Schweiz führte sie bereits zu Festivals wie u.a. dem Musikdorf Ernen, dem Swiss Chamber Music Festival in Adelboden und Konzertsälen wie der kleine Tonhalle Zürich.
Sie absolvierte 2021 den Master Performance in der Klasse von Alexander Sitkovetsky an der Zürcher Hochschule der Künste mit Auszeichnung. Davor studierte sie an der Hochschule für Musik Basel und schloss sowohl den Bachelor bei Daniel Sepec als auch den Master Musikpädagogik bei Barbara Doll mit Auszeichnung ab. Während ihres Master Performance-Studiums belegte sie ein Austauschjahr an der Hochschule für Musik und Theater Rostock bei Stefan Hempel. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie von Zakhar Bron, Ingolf Turban, Adelina Oprean, Wendy Enderle, Winfried Rademacher, Anton Kernjak und Benjamin Engeli.
Als begeisterte Orchestermusikerin ist Livia Loewe-Berchtold Zuzügerin im Tonhalle- Orchester Zürich und im Musikkollegium Winterthur. Von 2019-2021 war sie Praktikantin im Tonhalle-Orchester Zürich. Ausserdem war sie Mitglied im Gustav Mahler Jugendorchester. Orchestertourneen führten sie in berühmte Konzertsäle wie in die Elbphilharmonie Hamburg, den Musikverein Wien, die Philharmonie de Paris, das Auditorio Nacional de Música Madrid, die Philharmonie Luxembourg und den Sala Palatului Bukarest.
Durch ihr grosses Engagement und visionäres Denken hat sie bereits verschiedene Projekte ins Leben gerufen. Ihre Leidenschaft für die Kammermusik bewegte sie 2021 zur Gründung der eigenen Konzertreihe Klassik im Schloss Arbon.
Juan Carlos Escobar Ossa, Viola
Juan Carlos Escobar wurde in Kolumbien geboren, wo er im Alter von 9 Jahren seine musikalische Ausbildung an der Musikschule Medellín begann. 2018 schloss er sein Studium an der Universität von Antioquia bei Maestro José Luis Camisón ab, wo er 2017 den ersten Preis am Wettbewerb zu Ehren von J.S. Bach gewann. Er erhielt das Stipendium des renommiertesten Musikfestivals von Kolumbien (Cartagena) für einen Meisterkurs mit dem Latin American Quartett. Als Orchestermusiker der Kolumbianischen Jugendphilharmonie (2013-2017) trat er auf internationalen Tourneen durch die Vereinigten Staaten und Europa unter der Leitung von Maestro Andrés Orozco Estrada auf.
Von 2015 bis 2018 war er Mitglied des Orchesters Iberacademy in Kolumbien. 2014 war er Teilnehmer der New World Symphony Academy Miami. 2018 durfte er beim renommierten internationalen Sommerfestival der Universität Mozarteum in Salzburg spielen. Ausserdem nahm er 2019 am Sommerfestival mit dem Gothenburg Symphony Orchestra in Schweden teil.
Sein Studium an der Hochschule der Künste in Bern schloss er 2021 mit einem Master of Arts in Performance bei Gertrud Weinmeister mit Auszeichnung ab. Anschliessend studierte er an der Zürcher Hochschule der Künste und schloss 2024 den Master Performance Orchester bei Diemut Poppen ab.
Juan Carlos Escobar war Praktikant in verschiedenen Schweizer Orchestern, wo er heute regelmässig als Zuzüger spielt: im Tonhalle-Orchester Zürich, im Opernhaus Zürich, im Musikkollegium Winterthur und dem Orchester Biel Solothurn. Als leidenschaftlicher Kammermusiker, spielt er in verschiedenen Formationen und führt eine rege Konzerttäigkeit in der ganzen Schweiz.
Milena Marena, Violoncello
Milena Umiglia-Marena wurde in einer Musikerfamilie geboren. Ab dem Alter von 10 Jahren bis zu ihrem Bachelorabschluss an der Musikhochschule Basel wurde sie von Rafael Rosenfeld unterrichtet. 2019-2023 studierte sie bei Thomas Grossenbacher an der Zürcher Hochschule der Künste.
Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben, wie dem Murten Classics Cellowettbewerb (2018), dem Schenk Solistenwettbewerb (2021), dem Kiwanis-Solistenwettbewerb in Zürich (2023), Vienna Classical Music Academy (2023), 19th International Padova Music Competition (2023), Vienna New Years International Competition (2023) und Slava International Cello Competition (2023). Auch Kammermusikpreise erhielt sie, wie z.B. beim Schweizerischen Kammermusikwettbewerb Orpheus (2021), Kiwanis Kammermusikwettbewerb Zürich (2022) sowie den Hauptpreis der Curt und Marian Dienemann Stiftung (2023). Sie war auch in dem Finale des Young Credit Suisse Wettbewerbs mit ihrem damaligen Streichquartett (2022).
Konzerte spielte sie bereits mit Solisten wie, Julia Fischer, Alexander Sitkovetsky, Nils Mönkemeyer, Dima Smirnov, Benjamin Engeli und Fabio Di Càsola. Milena tritt regelmässig als Solistin mit Orchester auf. Bisher konzertierte sie als Solistin in der Schweiz, Italien, Argentinien und in Spanien mit Orchestern wie dem Neuen Orchester Basel, dem Collegium Musicum Zug, dem Orchester Musikfreunde St.Gallen, der Orquesta Sinfonie de Tuchman (ARG), dem Argovia Philharmonic, dem Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester, dem orchestra di Padova auf e del Veneto (ITA), dem Ensemble Kuraia (ESP) und dem Slowakischen Kammerorchester. Beim Probespiel für die 100% Solo-Cello Stelle im Tonhalle Orchester Zürich im November 2021 wurde sie Finalistin.
https://www.milenamarena.com/